Donnerstag, 3. August 2017

Klicken was das Zeug hält?

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Oder: warum mir die digitale Welt mal wieder den letzten Nerv raubt.

Das ist ein Thema, was bei mir immer mal wieder aufkommt, über das ich schimpfe, aber nie schreibe oder podcaste. Es kommt auf wie eine große Flutwelle, ebbt danach aber meistens auch wieder ab. Zur Zeit befinde ich mich wieder einmal mittendrin.

Es ist kein Geheimnis, dass die Welt sich immer mehr digitalisiert, dass alles, was man macht, irgendwo eingegeben und ausgewertet wird. Bei der Arbeit wurden uns in den letzten Monaten einige Apps aufgedrückt. Eine für die Buchung von Firmenfahrkarten (funktioniert mehr schlecht als recht und manchmal auch gar nicht). Eine weitere, wo man diese dann abrechnet (umständlich und zeitraubend). Dann gibt es noch eine, womit man Züge tracken kann, ob sie wann von wo fahren und dann noch eine, wo man gucken kann, wo man als Mitarbeiter günstiger Kaffee bekommt. Es wird gerade eine weitere App entwickelt, über die man dann seinen Urlaub einreichen soll. Also noch mehr App-Müll fürs Handy. Und wofür? Weil alles ja so schön praktisch und schnell ist. Praktisch und schnell? Nunja. Für jeden Pups, den man tut, gibt es eine separate App. Wäre alles in einer Arbeitsapp vereint, dann könnte ich mich dazu hinreißen lassen, das ganze praktisch zu finden. Aber so? So bin ich schon genervt, wenn ich nur daran denke. Die Firma hat noch mehr in Petto, was in nächster Zeit an den Start gehen soll. Alles in App-Form, natürlich alles separat. Wer blickt denn da noch durch? Ich habe auch überhaupt keine Lust, das alles über den kleinen Handybildschirm zu machen. Bei den ganzen Icons muss man erstmal den richtigen finden… Um den ganzen Kram auszudrucken, muss ich es erstmal abspeichern und dann per Kabel oder Mail vom Handy ziehen, um es abheftbar auszudrucken. Speichen in Clouds? Toll, klasse, schön noch mehr meiner persönlichen Daten in Clouds ablegen, fantastisch. Was soll das alles?

Wie, Du hast noch einen Papierkalender??

Weiter geht es im privaten Bereich. „Warum hast Du denn noch einen Papierkalender?“. Weil es das Internet gar nichts angeht, was ich wann vorhabe und wann ich nicht zu Hause bin. Kopfschütteln meines Gesprächspartners. „Aber es wird doch alles so schön synchronisiert.“ Fein, aber ich hätte gerne meine Termine so im Griff, dass ich nichts synchronisieren muss. Ich will mich nicht mit Terminen vollschmeißen, so dass ich den Überblick verliere. Ich mag Papierkalender. Da kann man drin rummalen. Den kann nur ich einsehen. Ein winziges Stückchen echte Privatsphäre in dieser grässlich überdigitalisierten Welt. Ich kenne Leute, die haben Apps für alles, was man sich vorstellen kann. Überall kann man seine „Daten“ einfüllen. Ich trinke 8 Gläser Wasser am Tag. Ich habe 12,87 € im Monat für Schnickschnack ausgegeben.  Ich bin 5x im Monat laufen gegangen; mein Fitnesstracker verleiht mir eine Silbermedaille. Bravo! Und wofür? Wer interessiert sich in drei Jahren noch für seine eigenen Statistiken (außer der Werbeindustrie)?  Überall muss man sich anmelden, um up to date zu sein oder um überhaupt irgendwo mitmischen zu können. Sich treffen, sich zusammensetzen und Dinge organisieren, das gibt es kaum noch. Alles wird über Whatsapp, Facebook und Doodle geregelt. Sicher, das kann mal praktisch sein, aber es nimmt einfach überhand, weil alles nur noch so gemacht wird. Wer sich da nicht anmeldet, kann halt nicht mitmachen (bei was auch immer). Es wird verlangt und erwartet, dass man sich in alle Richtungen vernetzt. Damit man immer alles mitkriegt, immer alles sammelt und speichert, Fotos, Daten, persönliche Dinge, alles online, immer bereit, immer fein aufbereitet und in eine feine Statistik verpackt. Das ganze Leben ist ein digitales Tortendiagramm.

Mir wird das langsam zu viel. Wenn ich daran denke, wieviel Zeit man im Schnitt damit verbringt, Inhalte in all diese Programme und Progrämmchen zu füllen, wieviel Lebenszeit man damit verplempert, ganz private Dinge ins Internet zu schreiben, nur um „perfekt organisiert“ zu sein… Mir schwirrt der Kopf. Denn es geht ja noch weiter. Beispiel Facebook. Was da an Fotos hochgelanden wird, das ist gruselig. Mal ein-zwei Schmankerl, das ist ja ganz nett, aber es gibt Menschen, die breiten Ihren kompletten Urlaub dort aus. Mir selber würde das eine ganze Menge kaputt machen. Meine Erlebnisse, meine Freude, meine Gedanken und Empfindungen während einer Reise sind mein ganz eigenes Gut, an denen ich nur ganz ausgewählte Menschen teilhaben lassen möchte. Wenn ich mir mehreren Leuten unterwegs bin und fotografiere, dann kommt irgendwann die Frage auf „Stellst Du Deine Fotos auch online? Brauchst auch nicht vorher sortieren“. Hallo? Nein, sicherlich nicht. Ich habe immer ein leicht schlechtes Gewissen, weil ich mit meinen Bildern so knauserig umgehe, aber einfach alles unsortiert der Allgemeinheit zur Verfügung stellen, das mache ich grundsätzlich nicht. Ich bitte auch immer darum, dass die Bilder keinesfalls bei Facebook eingestellt werden sollen. Ich ernte dafür meistens Unverständnis. Das führt so weit, dass ich die Bilder gar nicht rausgebe und mir weiteren Unmut zuziehe, aber das ist mir egal. Fotos sind für mich ganz persönliche Momentaufnahmen, die ich nicht in die Welt herauströten möchte. Ich kann nicht ausreichend erklären, warum das so ist, aber ich möchte nicht, dass das Internet in meine innere Gedankenwelt blickt. Ich kann mich eben nicht nur darüber definieren, dass ich massenhaft Bilder von dem, was ich erlebe, ins Internet hochlade. Vielleicht sollte ich wieder dazu übergehen, analog zu fotografieren. Das macht mir im Grunde sowieso mehr Spaß. Denn was habe ich davon, wenn 76589 Menschen ein Foto von mir „liken“? Wenn das teils auch Leute sind, die ich gar nicht kenne, weil durch teilen und Freundesfreunde irgendwie doch jeder Zugriff auf meinen Kram hat, auch wenn man das angeblich abstellen kann? Was bringt es mir? Was gibt es mir? Facebook ist eine Krake, die immer schlimmer wird. Ist man dort nicht angemeldet, verliert man zu vielen Leuten einen lockeren Kontakt. Leute, mit denen man ab und an mal ein paar Worte wechselt, mit denen man aber nicht stundenlang telefonieren würde. Lose Bekanntschaften eben. Die würden mir teilweise schon fehlen. Es gibt ja so Leute, mit denen ist man nicht im herkömmlichen Sinne befreundet, sondern eben bekannt und über FB gibt es halt ab und zu mal einen netten Smalltalk. Hebt das aber das Negative auf? Die ewigen Grundsatzdiskussionen zu politischen Themen, die mir sowas von zum Halse raushängen, dass ich schon Leute blockiert habe, weil ich das nicht mehr ertrage. Die sinnlosen Diskussionen in Gruppen,  wo sich die Leute einfach nur um Nichtigkeiten streiten, als gäbe es kein Morgen, um dann beleidig das Feld zu räumen. Ich meide zwar dort Gruppen, aber was mir von anderen Leuten angezeigt wird, kann ich nur bedingt steuern. Mich belastet das; mich nervt das. 

Ein schleichender Prozess, der einem immer mehr aufzwängt

Es wird einem so viel aufgedrängt und man kann sich dagegen nur abschotten, wenn man diese Webseiten einfach gar nicht besucht. Entweder – oder. Anders geht es gar nicht. Eine teilweise und entspannte ab-und-zu-mal-Nutzung scheint kaum machbar.  

Immer mal wieder rauscht all das auf mich ein und ich fühle mich einfach nur noch gestresst. „Guck hier, klick da, registriere Dich dort, wir müssen uns zusammenfinden.“ Am liebsten würde mich manchmal gerne überall abmelden und das Netz das Netz sein lassen. Ich würde es gerne in dem geringen Umfang nutzen, der mir gut tut und den ich auch als Bereicherung ansehen kann. Ich würde mir wünschen, dass die Leute akzeptieren würden, dass ich keine Lust auf ein volldigitales Leben habe und dass ich z.B. nur für mich fotografiere und für niemanden sonst. Ich kenne wenige, die das verstehen. Aber leider auch sehr viele, die darüber die Nase rümpfen. All das ist gerade eine große Belastung für mich, und ich merke, dass ich aussortieren muss. Dass ich gucken muss: wo will ich noch mitmischen und wieviel. Doch wie macht man das?

Mögliche Maßnahmen

Ich habe in den letzten Tagen alles von meinem Handy gelöscht und deaktiviert, was ich definitiv nicht nutze. Ein paar wenige Anwendungen sind geblieben und ich weiß jetzt schon: die anderen werde ich gar nicht vermissen. Die Benachrichtigungstöne für Whatsappgruppen sind komplett ausgeschaltet, so dass ich nicht immer sofort mitbekomme, dass es neue Nachrichten gibt. Denn Hand aufs Herz: wenn das Handy piept, guckt man doch häufiger drauf als wenn es still ist. 
Dann gibt es noch so einige Foren, bei denen ich angemeldet bin, aber schon lange nichts mehr schreibe. Ich bin dort aus nostalgischen Gründen immer noch registriert, weil ich denke, wenn ich zurück will, will ich das unter meinem bestehenden Usernamen. Aber im Grunde ist es völlig egal. Es ist nicht wichtig, ob man mir alle Inhalte von vor fünf Jahren noch zuordnen kann oder nicht. Wenn ich diese stillgelegten Accounts einfach löschen lasse, bin ich sie los und ich glaube, dass mir das momentan ganz gut entgegen kommen würde. Und vermutlich werde ich die auch nicht vermissen. Und falls doch… hält mich keiner auf, wenn ich mich neu anmelde.

Das Wenige, was mir wirklich Spaß macht im Netz ist z.B. Ravelry. Die Gruppen, in denen ich mich bewege, sind spannend. Die Leute sind entspannt und man tauscht sich einfach aus. Kein Neid, keine Grundsatzdiskussionen, kein Streit. Eine kleine, heile Wollwelt, die für mich eine kleine Internetoase ist, die ich auf keinen Fall missen möchte. Ich mag es auch total, auf verschiedenen Blogs zu lesen, die ich mir mit der Zeit zusammengesammelt habe. Es gibt ganz tolle Seiten, die informativ und inspirierend für mich sind. Das gilt auch für Podcasts zu unterschiedlichen Themen. Die kann ich mir aufs Ohr setzen, während ich stricke oder im Garten buddle. Perfekt! Ein bisschen abgekommen bin ich von den meisten Videopodcasts, was unter anderem daran liegt, dass ich nicht so viel „in die Röhre gucken“ möchte. Ich lese auch gerne mal ein richtiges Buch. Also das mit den Papierseiten, nicht auf dem Ebook-Reader. Der Duft von altem Buchpapier ist unschlagbar; eingewickelt in eine Wolldecke vor dem Kamin oder draussen auf dem Sofa im Schatten liegend.

Ich bin gespannt, wie sich das noch so weiterentwickelt. Nicht nur generell auf der Welt sondern auch im Freundes- und Bekanntenkreis oder bei der Arbeit. Ich werde jedenfalls ein ganzes Stück zurückrudern und mich auf das wenige konzentrieren, was mich wirklich bereichert und mich inspiriert. Mich ganz vom Internet und der digitalen Welt abwenden will ich mich gar nicht. Ich möchte es nur so nutzen, dass es mir nicht die Nerven raubt. Das ist nicht ganz einfach, aber ich schaue mal, wie ich da einen Dreh hineinbekomme. 

Wenn Ihr bis hierhin gelesen habt, sage ich danke. Vielleicht geht es Euch ja ganz ähnlich.

Viele Grüße und Ahoi, 
Diana 


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Donnerstag, 27. Juli 2017

Die Tour de Fleece und andere Katastrophen (zum Hören)

Genannt wurden:

Die Tour de Fleece. Fotos dazu gibt es in meinem letzten Blogeintrag. Dazu gehörten auch:
Hilltop Cloud Meine Lieblingsfärberin. Bei Ihr habe ich während der Tour de Fleece das Muster River Otter gewonnen.


Waiting for Rain Endlich fertig, wenn auch mit einem kleinen Fehler.



Muran Auch endlich fertig!





Der Reagan ist noch in Arbeit.

Genäht habe ich den Kimono Tee und das Lago Tank Top. Beide ohne Foto; die sind in der Wäsche.
Ein Nähbuch Vintage habe ich angesprochen und es ging um Schnittkostruktion via 
Müller & Sohn. Der historische Teil dazu: Medieval Tailors Assistant. Es gibt eine neure Ausgabe und die sogar auf deutsch.


Und die Veranstaltung 100 Jahre 14. Jahrhundert habe ich noch angesprochen.


Ich wünsche Euch viel Spaß beim Hören!
Wenn Ihr Fragen oder Anmerkungen habt, freue ich mich über Kommentare!

Montag, 24. Juli 2017

Tour de Fleece 2017 - Bilderflut

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Eigentlich geht es ja gar nicht an, dass ich während der diesjährigen Tour de Fleece gar nichts gezeigt habe. Dafür kommt das jetzt in geballter Bilderform und wird in der kommenden Podcastfolge auch besprochen. Wer also Lust hat, höre dort auch gerne rein. Bis dahin gibt es aber einen Haufen Fotos mit wenig Text :)

Was habe ich also geschafft? Faser 1 war ein 75/25 Gemisch aus Shetlandwolle und Kid Mohair. Ließ sich traumhaft verspinnen! Gefärbt wurden die Fasern von Katie (Hilltop Cloud). 200g hatte ich davon, und das ist daraus geworden:






Danach habe ich eine weitere Hilltop-Cloud-Faser genommen. 100g aus 75/25 BFL mit Ramie. Das war auch eine butterweiche Spinnerei; ich bin also nicht nur in Katies Farben verliebt sondern auch in die Beschaffenheit der Fasern. Für das Faserbild habe ich von ihr sogar ein Strickmuster geschenkt bekommen, da sie in ihrer Tourgruppe ab und an kleine Preise verlost hat. Ich kann nun Flussotter stricken und freue mich total!





Zwischendrin habe ich noch eine Portion unbekanntes Schaf hervorgeholt. Die Hälfte davon war schon vor der Tour fertig, die andere Hälfte habe ich nun hergenommen. 174g einer Faser, die ich mal ertauscht habe. Ich weiß aber bei bestem Willen nicht mehr, von wem ich sie habe, noch welche Faser das ist. Rau, mit Restfett und nicht gerade ein Spinnspaß, aber mir gefällt das rustikale Garn, aus dem ich eine Tasche oder ein Kissen machen werde:




Zum Schluss habe ich dann noch einmal in die Hilltop Cloud Kiste gegriffen und 200g Rambouillet hervorgeholt. Diese Faser entwickelte sich zu einer meiner neuen Lieblingsfasern. Weich, aber trotzdem griffig und supersoft zu spinnen. Ein Traum!





Ja das wars. Alles in allem 674 g Fasern. Das ist total viel für mich und ich bin sehr begeistert. Zwar habe ich für den Rest des Monats keine Lust mehr auf Spinnerei, aber die letzten drei Wochen waren richtig toll und produktiv.

Ich hoffe, die Bilder gefallen Euch!

Viele Grüße, Diana 


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Samstag, 8. Juli 2017

Nachgeholt - der Open Waters Cowl

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So ganz ohne Bilder geht es nicht, denn das Auge isst mit. Daher möchte ich doch gerne mein letztes Strickprojekt zeigen, das fertig geworden ist. Vor einiger Zeit habe ich von einer Freundin die Anleitung für den Open Waters Cowl bekommen. Die Designerin ist Melanie Berg. Wer sie nicht kennt, sollte unbedingt ihre Seite besuchen, denn sie entwirft ganz wundervolle Muster für Tücher, Oberteile und mehr. Die Muster kosten ein bisschen Geld, aber das lohnt sich sehr!

Ich habe eine Weile überlegt, welches Garn ich verwenden möchte. Vorgeschlagen ist ein relativ dickes Garn, aber auch wenn meine Vorräte groß sind, fand sich dort nichts passendes in benötigter Menge. Aber zum Glück gibt es Mylys und die Knitnight :) Ich saß also wieder einmal da an einem ersten Freitag Abend im Monat und habe es gesehen. Das Open-Waters-Garn. Rot, ok, aber die Farbe muss ja nicht zwingend zum Arbeitstitel passen. 

Ich habe mir zwei Stränge Malabrigo Worsted in der Farbe Pagoda gekauft und gleich am nächsten Tag angeschlagen.



Anfangs musste ich mich bei dem Muster sehr konzentrieren. Ein Mustersatz ist relativ lang und es passiert immerzu etwas anderes. Einen Strang lang saß ich also mit meiner Strichliste da und habe gestrickt. Kurz nach Beginn des zweiten Stranges konnte ich das plötzlich dann doch auswendig und war nun sehr viel schneller und ohne Liste unterwegs. Als der Cowl fertig war, hatte ich erst befürchtet, dass er zu kurz ist, weil er doch recht knapp um den Hals lag. Nach dem Waschen und Spannen saß er aber genau richtig. 


Ich habe beide Stränge komplett aufgebraucht, indem  ich vier Mustersätze mehr gemacht habe als angegeben. Und was soll ich sagen? Er ist super! Wer also ein Muster sucht, das nicht langweilig wird, sollte sich das mal besorgen. Das gibt es übrigens auch als Tuch... 

Ich muss nun auf kühlere Zeiten warten, damit ich das Ding auch austragen kann.

Ahoi,
Diana

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Freitag, 7. Juli 2017

Und nun?

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Wo ist die Zeit geblieben?

Das fragt man sich nur allzu oft. Ich habe in den letzten Monaten viel gemacht, aber wenig davon gezeigt. Zumindest nicht hier. Mein Versuch eines Podcasts läuft noch immer und ich weiß nicht so recht, ob ich nun einen Blog will, einen Podcast oder beides. Was meint Ihr? Ich mag den Blog nicht so recht still legen und den Podcast aber irgendwie auch nicht an den Nagel hängen.

Ein bisschen überlegen muss ich mir, wie ich meine knapp bemessene Freizeit einteilen möchte. Denn meistens ist es doch so, dass ich zu viele Dinge auf einmal will, die dann auch anfange und irgendwann dasitze und ideentechnisch völlig überfordert bin. So habe ich vor einiger Zeit mit dem Nähen wieder angefangen. Dieses Mal keine historischen Klamotten sondern heute-Zeugs. Ich habe ins Innere meines Sparschweins gelangt und mir eine neue Nähmaschine gegönnt, die nun genutzt werden will. Die Tour de Fleece läuft und ich bin voll dabei. Die Zeit rennt...

All das. Aber wie bringe ich das nun unter einen gescheiten Hut? Wenn ich nämlich tatsächlich mehr nähe, würde so ein Blog doch auch die ideale Plattform sein. Bilder zu sehen ist schon mal cool... Zumal ich gerade über ein Probenähen gestolpert bin, aber so ohne Präsentationsfläche...


Ach Kinners, ich bin unentschlossen. Sagt was dazu :)

Wenn Ihr mögt, hört gerne in meinen Podcast an; es gibt schon weitere Folgen, die ich hier aber gar nicht gepostet hatte. Ich glaube, ich muss mich mal ein wenig sammeln und auf eine Linie bringen, der ich regelmäßig folgen kann.

Bis dahin,
habt einen schönen Sommer,

Diana.

Ahoi :)


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Sonntag, 19. März 2017

Eine kleine Schottlandreise - Das Edinburgh Yarn Festival

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Es ist wieder soweit, ich habe es /im zweiten Anlauf) geschafft, wieder eine Audiofolge aufzunehmen.

Darum geht es:

Ich habe den Comodo weitergestrickt und das Shirt Muran begonnen.
Ich habe gesponnen, aber davon gibt es erst Bilder, wenn das fertig ist.

Es gibt einen Reisebericht rund um Schottland und das EYF (auf der Seite findet man die Tage auch wunderbare Fotos; ich selber habe dort keine gemacht). In dem Reisebericht habe ich vom Lewis Schachspiel gesprochen, über das man hier noch was lesen kann (Achtung Wikipedia; es ist nicht immer alles korrekt dort). Ein Ausflug führte uns nach Lindisfarne (sehr kurzer Artikel; dient nur der Übersicht)

Der Buchtipp zielt auf Sofra Lar (Türkisches Kochbuch)



Und zu guter letzt noch ein paar Bilder meiner EYF-Einkäufe und dem Schachspiel sowie dem Blick auf Lindisfarne:

Blick auf Lindisfarne

Lewis Chessmen

Festivalmagazin

Pflanzengefärbt und handgesponnen von ananuca

Daughter Of A Shepard

Pflanzengefärbt und handgesponnen von STwist Wool

Blacker Yarns

Terry Pratchett Gedächtniswolle

Nochmal Blacker Yarns

Schnickschnack

Ich probiers mal mit Nadelfilzen

Spin City

John Arbon Textiles






Viel Spaß beim Hören :)

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Mittwoch, 8. März 2017

Urlaub!

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Endlich. Lange habe ich auf diesen Urlaub gewartet, nicht nur, weil es bei der Arbeit in letzter Zeit schon recht wuselig war. Ich war noch ein paar Tage auf einem Seminar; heute habe ich noch eine Sitzung hinter mich gebracht und nun beginne ich meine wohlverdienten wenigen Urlaubstage. Das EYF steht vor der Tür und ich freue mich ganz riesig. Leider musste ich noch ein bisschen Ölwechsel und TÜV machen lassen; die Bremsscheiben wollten auch mal neu und so ging ein Batzen Geld ins Auto. Aber egal, auf dem Sparbuch war noch was :) Das nehme ich nun und packe meine sieben Sachen um morgen Richtung Schottland zu starten. Abschalten, Freunde sehen, Wolle wühlen und es sich gut gehen lassen. Das Leben ist zu kurz für doofe Dinge. 

In diesem Sinne; 
ich melde mich noch im März mit meiner zweiten Podcastfolge zurück und werde unter anderem von der Reise berichten.

Bis dahin...



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Samstag, 11. Februar 2017

Dann mal los...

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Ich habe länger darauf herumüberlegt, ob ich die Sache mit dem Podcast wirklich starten soll. Nach einem positiven Feedback zu meiner Jahresrückblicksfolge habe ich mich wieder hingesetzt und ein gutes halbes Stündchen erzählt. Vielleicht gefällt es Euch ja.


In dieser Folge geht es um (die roten Worte sind wie immer anklickbar):

  • den Trillian, zu dem ich leider noch kein wirklich gutes Bild meines eigenen Tuchs habe
  • den Comodo von Nicola Susen, den ich gerade begonnen habe
  • den Muran, den ich gerne aus meinem Garn von Blacker Yarns stricken möchte
  • ich stricke Socken aus Hedgehog Fibres 
  • gesponnen habe ich blaues South American / Tencel
  • verzwirnen muss ich noch das Perendale, das ich bei John Arbon Textiles gekauft habe


Ja. Irgendwie ungewohnt... Aber geschafft. Nun warte ich mal ab, ob sich das auch jemand anhört. Wenn es Euch gefallen hat (oder auch nicht), hinterlasst mir gerne eine Nachricht. Ich würde mich freuen!


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Mittwoch, 25. Januar 2017

Kann man zu viel Wolle haben?

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Ich bin gerade über einen netten, kleinen Artikel gestolpert, der sich mit der Frage beschäftigt, wieviel Garn "zu viel" ist. 

Artikel *klick*

Solange man die darin enthaltenen Fragen alle mit nein beantworten kann, ist alles im Lot glaube ich.


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Sonntag, 22. Januar 2017

Viel Wolle schnell kardiert

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Seit letztem Sommer habe ich tatsächlich Rohwolle bei mir liegen. Ich wollte nie so recht, weil ich mir die ganze Arbeit nicht auch noch ans Bein binden wollte. Obwohl ich die naturnaheste Wolle (wenn man so will) wunderbar finde. Drum herum bin ich ja doch nicht gekommen, und da lagen nun 3 kg Galway und 1,8 kg Ryeland. Dazu kam dann Im Herbst noch 800g Walliser Landschaf. Ich habe relativ schnell gemerkt, dass das Waschen zwar gar nicht so lange dauert, das Kardieren aber um so mehr. Ich habe jede Portion mit Handkarden oder Wollkämmen vorbereitet, weil das Ergebnis, was ich dann von der Kardiermascheine abgenommen habe, am schönsten aussah. Bei der Menge und meinem kleinen Hero-Kardierer hat sich das aber schnell als zeitintensiv herausgestellt. Also erstmal in die Ecke legen, das kann ich gut :) Im Dezember habe ich in einem Forum von einer Frau gelesen, die sich da auch ein bisschen übernommen hatte und Ihre Wolle dann zur Wollkämmerei Godosar gegeben hat. Die sitzen in Grünberg (bei Gießen) und die kardieren (oder waschen und kardieren) Wolle auch in kleineren Mengen. Ich habe dort auch angerufen und wegen meiner Wolle nachgefragt. Das Galway und das Ryeland sind schon fertig, das Walliser muss ich noch schicken. Aber schaut mal her:


Ein Hoch auf große Kardiermaschinen! Ich habe mich etwas erschrocken; kardiert sieht das Ganze dreimal so groß aus wie vorher. Bei dem Ryeland war erst die Frage, ob die Fasern nicht viel zu kurz sind, aber es hat funktioniert. Ich bin sehr zufrieden damit. Es ging schnell (innerhalb von knapp 2 Wochen hatte ich es zurück) und bei knapp 5 € pro Kilogramm (und 10 € inkl. waschen wenn man möchte) kardiere ich nicht selber. Danke an die unbekannte Forenschreiberin, das war ein großartiger Tipp!

Das Galway möchte ich eigentlich für einen Hexa Hap verspinnen, bei dem Ryeland bin ich mir noch nicht sicher. Die Fasern sind wirklich extrem kurz, so dass ich erstmal ausprobieren muss, wie ich die gesponnen kriege. Der lange Auszug bietet sich an, aber wir sind keine Freunde. 

Wir werden sehen.



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Samstag, 7. Januar 2017

Faserverzückter Jahresrückblick 2016

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Auch dieses Jahr hat Distelfliege/Ziska auf Ravelry zu einem kleinen Jahresrückblick aufgerufen. Wie auch letztes Jahr beantworte ich gerne ihre Fragen. Heute aber mal anders als sonst. Ich schreibe nicht, ich rede. Habt Spaß damit:




Dinge, über die ich gesprochen habe und die ich Euch gerne verlinken wollte:


Diese Muster kamen vor:
Gestrickt habe ich noch viel mehr, aber man kann nicht über alles reden. 
Ein wenig geplanscht habe ich beim Rohwollthema... aber das bleibt nun so.
Sagt mir gerne, ob Euch das Audioformat gefallen hat.


Ein gutes und friedliches neues Jahr wünsche ich!


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Mittwoch, 21. Dezember 2016

Nutztierarche Stocksee - Unter Schafen

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Vor einer Weile habe ich einen kleinen Wochenendausflug gemacht. Mein Mann war mit alten Schulfreunden zum Kickerspielen verabredet und ich habe mein Auto gesattelt und bin nach Stocksee gefahren (das liegt in Schleswig Holstein in der Nähe des Plöner Sees). Dort habe ich die Nutztierarche Stocksee von ANke und Andreas Holdstein besucht, eine Farm, auf der vom Aussterben bedrohte oder generell seltene Nutztiere gehalten und gezüchtet werden (in diesem Fall Schafe), um deren Art zu erhalten. Von denen gibt es einige in Deutschland, aber auf gerade diese bin ich durch Zufall gekommen, als im Frühjahr zur Schafsschurzeit Wollvliese von dort zum Kauf angeboten worden sind und ich mein Ryland gekauft habe. Beim Stöbern auf der Internetseite stellte sich heraus, dass die Besitzer auch eine Ferienwohnung anbieten und auch einen umgebauten Bauwagen, in dem man wohnen konnte. Ein Bauwagen; wie klasse ist das denn? Ich habe mich also für zwei Nächte eingemietet und mir ein schafiges Wochenende gemacht. 

Der Bauwagen ist total nett gemacht. Der steht im Garten der Holdsteins. Aussen gibt es eine Veranda, wo man im Sommer auch draussen sitzen kann. Innen drin ist alles, was man braucht. Ein kleines Duschbad, eine Küchenzeile, Schrank, Tisch und Stühle, Sessel und ein breites Bett. Supergemütlich! Die Hühner wohnen am Küchenfenster und man wird morgens mit deren Gegacker und Gescharre geweckt. Gemütlichkeit hoch drei.


Am ersten Abend habe ich nicht mehr viel gemacht; ich habe mir was zu kochen besorgt und mich mit meinem Strickzeug aufs Bett verkrümelt. Samstag Morgen habe ich nach dem Frühstück die Kamera geschnappt und bin in der Gegend umhergelaufen. Das Wetter war für Ende Oktober traumhaft sonnig und der Spaziergang war toll. Der führte mich auch zum Stall der Walliser Schwarznasen, wo es ein Lämmchen und einen Haufen weitere schwangere Schafsdamen gab. Die Walliser Schwarznasen gehören zu den Rassen, die auch im Herbst noch einmal Lämmer bekommen. Ich durfte mit reinkommen, denn gerade in dem Moment kam Andreas und wollte den Damen eine Maniküre verpassen und nach dem Rechten sehen.


Später am Nachmittag lud mich Anke ein, ein bisschen in der neulich geschorenen Wolle zu wühlen. Dabei war auch noch die Dame, die gerade in der Ferienwohnung wohnte. Interessant wars, denn da waren auch Vliese dabei, die ich so noch nie in der Hand hatte. Einzwei Pröbchen habe ich von den Wensleydale-Locken bekommen. Schwarze Wensleydale! Noch nie gehabt, sowas wird nirgends angeboten. Nicht nein sagen konnte ich bei einem Sack voller Walliser Landschaf. Eine wundervolle dunkle Färbung hat es, und es waren ja auch nur 900g, das konnte ich gerade noch mit mir vereinbaren. Zu der Rasse werde ich an anderer Stelle mal mehr schreiben.

Sonntag dann durfte ich mit auf die aussenliegenden Koppeln, um nach dem Rechten zu sehen. Es gab davon einige, und ich glaube, wenn ich Schaf wäre, würde ich da gerne wohnen. Hier ein Teich, da ein (Plöner) See, feine Aussicht, wunderbar. Und ich habe mich gefreut, wie die Tiere um einen herumwuseln, wenn man da auftaucht :)

Ach es war wunderbar dort, und ich werde bestimmt nochmal hinfahren. Bei einer Menge Tee und Keksen hatten wir noch im Wohnzimmer der Holdsteins gesessen und gequatscht. Zur Schafsschur werde ich wohl im nächsten Jahr da sein, wenn das klappt. Da kommt immer ein Scherer, die scheren nicht selber, aber sehen möchte ich das schon gerne mal. 

Ich kann jedenfalls jedem, der mal Lust auf ein schafiges Wochenende hat, diese Nutztierarche empfehlen. Man unterstützt damit den Erhalt dieser tollen Tiere und befindet sich in einer sehr herzlichen und schönen Atmosphere. Die Holdsteins sind sehr nette Leute; die Unterkunft ist absolut prima und die Umgebung sowieso. 

Zum Schluss des kurzen Berichtes noch ein paar wenige Bilder für Euch. Ich habe weit mehr gemacht, aber man muss ja nicht immer alles online stellen :) Klick macht  groß... viel Spaß!







... und zu guter letzt wünsche ich Euch ein paar entspannte und vor allem friedliche Feiertage!


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Donnerstag, 27. Oktober 2016

Von Hilltop Cloud und vom guten Zweck

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Neulich bekam ich wieder einen Newsletter von einer meiner Lieblingsfärberinnen. Eigentlich mag ich Newsletter nicht, aber der von Hilltop Cloud *klick* muss einfach sein. Jeder weiß: ich färbe gerne. Am liebsten mit Pflanzen, was meinem anderen Hobby, der Living History geschuldet ist. Aber auch "für modern" brauchts Farbe, und die darf auch sehr gerne aus Säurefarben bestehen. Mit denen selber zu färben habe ich schon oft gemacht, aber ich stelle immer wieder fest: einige können das um Welten besser. Zum Beispiel Katie von oben verlinktem Hilltop Cloud. Ansässig in Mallwyd in England (westlich; kurz über Wales) färbt sie auf verschiedenen Schafrassenkammzügen umwerfende Farbkombinationen. Ich bin ja eh der britischen Wollwelt total verfallen, nicht zuletzt, weil mir die dort verwendeten Schafsrassen so gut gefallen. Man bekommt bei Katie Shetland, Zwartbles, BFL-Mischungen usw. Auch Merino, aber eben nicht nur. Es gibt "ganze" Kammzüge, passend zusammengestellte kleine Farbverlaufsportionen, auch industriell gefärbte Kammzüge und vor allem (und die sind sooo toll, mit 3 o's) Gradients. Kammzüge auch mit Farbverlauf, an denen ich mich einfach nicht satt sehen kann. Sie bietet dafür auch ein Abo an, das sich "Never ending gradient club" nennt. Das heißt, wenn der Kammzug in diesem Monat grün-blau-gelb ist, wird er im nächsten Monat mit gelb fortgesetzt (gelb-rot-orange z.B.). Dann darauf kommt orange-beige-irgendwas und immer so weiter. Die Plätze sind natürlich immer rasend schnell weg. Sobald ein paar Plätze frei sind, gibt es einen Newsletter, und wenn man sich schnell genug einschreibt, kann man mitmachen. solange man möchte. Eine Freundin hat neulich einen Platz bekommen und ich bin so gespannt, was sie so bekommt. Ich war mal wieder viel zu langsam, aber vielleicht habe ich irgendwann mal Glück. Die Preise für die Spinnfasern liegen grob bei 13-15 Pfund pro 100g, was sie absolut wert sind. Das Porto ist einen Ticken teurer als innerhalb Deutschlands, aber noch erträglich. 

Es gibt aber nicht nur Spinnfasern. Ein paar Spinnhilfsmittel kann man kaufen, handgesponnene Garne sogar, und auch Garnschalen oder Spinnsets (für alle die, die das gerne mal testen möchten). Ihr Vater baut Niddy Noddys und Ihre Mutter näht tolle Nadeltaschen und Projektbeutel. Es werden auch ganz tolle Workshops angeboten. Klar, etwas weit weg, aber die Flüge nach GB kosten nicht viel und vielleicht passt es ja mal, für einen Färbekurs hinzufahren. Gibts hier auch, keine Frage, aber ich mag es gerne auch "mal anders". Schaut einfach mal auf die Seite, es lohnt sich. Einen Blog gibts übrigens auch. Falls wer mal was bestellt, hat die Sachen sehr schnell in den Händen. Meine letzte Lieferung hat glaube ich nur knapp anderthalb Wochen gebraucht.

Apropos letzte Lieferung und damit zurück zum Newsletter. Es poppte ein Angebot auf, dass Katie eine besondere Färbung verkaufen wollte zugunsten des Newton Textile Museum *klick*, quasi als Foundraiser. Museen sind bekanntlich immer knapp bei Kasse, und da ich ein großer Freund davon bin, so etwas am Laufen zu halten, hat mich ihr Angebot gleich angesprochen. Sie nimmt sich von den gefärbten Strängen nur das Materialgeld und alles überher wird an das Museum gegeben. Da habe ich gleich mal 300g bestellt. Nicht nur, weil die Farben einfach genau in mein Beuteschema gefallen sind. Es gab britisches BFL in großartigen Herbstfarben:



Das erste Foto, was ich gemacht habe, habe ich draussen gemacht. Wir haben einen dicken Stein im Garten liegen und es liegt superviel Laub drumherum. Schön und fein, Wolle drauf drappiert und geknippst. Dann wunderte ich mich, was es so kribbelt und krabbelt. Der Stein war voller Blattläuse und Marienkäfern (welche die Blattläuse fraßen). Also wimmelte es auch in meiner Wolle :) Es hat etwas gedauert, aber ich habe glaube ich alle Tiere herausgepult. Ein neues Foto habe ich trotzdem gemacht, weil hier die Farben einfach noch knalliger rauskommen.

So denn, hinfort der Vorsatz, Material zu verbrauchen... Klappt einfach nicht. Aber was solls, ich bin glücklich :)


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Mittwoch, 7. September 2016

Ein Rückblick zum Wollfest in Hamburg

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Hahaha zwei Posts hintereinander vom Hamburger Wollfest; schlau gemacht. Da müsst Ihr jetzt durch.



Nun... da wartet man zwei Jahre drauf und schon ist es wieder rum. Das Wollfest in Hamburg fand dieses Jahr nicht im Audimax statt sondern in einer Musikschule nicht weit vom alten Ort entfernt. Vorteil: sollte es dieses Jahr wieder so heiß werden wie 2014, wären Klimaanlagen vorhanden. Brauchte man aber gar nicht, denn das Wetter war ehr herbstlich (was mich persönlich gar nicht stört). Unsere Eintrittsbändchen hatten wir uns schon vorab organisiert, was nicht verkehrt war, denn die Schlangen waren lang am Samstag Morgen. Damals ist mir das nicht so sehr aufgefallen, weil er alte Ort nicht so verwinkelt war und sich die Menschenschlangen nicht so massig anfühlten. Wir sind jedenfalls flink rein und haben nach einem kurzen "was findet sich wo" Rundgang erstmal Kaffee geholt. Ich habe anderswo schon gelesen, dass sich über den Preis mokiert wurde. Ja, 2,50€ sind nicht immer ein Schnäppchen. Aber hej, wer so viel Geld für Wolle ausgibt, hat das auch noch übrig; bei Starbucks stellt sich auch keiner so an, da kostet das weit mehr.

                        

Wir mussten danach aber auch schon los, denn wir hatten einen Kurs gebucht. Während eine von uns zu einem Fair Isle Kurs ging, saßen wir zu dritt bei Asa Tricosa. Wer sie nicht kennt: sie ist eine schwedische Designerin, die mit dänischem Mann in Deutschland lebt :) Eine wirklich nette Frau, die uns ihre Ziggurat-Methode in wirklich knappen drei Stunden beigebracht hat. Als sie reinkam, meinte sie schon, wir müssten etwas ranklotzen. Wir haben eine komplette Schulterpartie eines Top-Down-Sweaters gestrickt (ok, in Babykleidungsgröße; für mehr hätte die Zeit nicht gereicht). Die Methode selber ist im Grunde schon einfach, aber hätte ich alleine vor der schriftlichen Anleitung gesessen, hätte ich mir garantiert die Haare gerauft. Aber so... Sie hat alle Schritte echt gut erklärt und ich habe sehr viel Freude an dem Kurs gehabt. Wer also die Möglichkeit hat, einmal bei Ihr etwas zu lernen, der soll sie wahrnehmen. Zwar finden ihre Kurse in englischer Sprache statt, aber ich glaube, auch für weniger Geübte dürfte das kein Problem sein. 

Während der Kurs lief, haben wir (zu meiner großen Freude) das Anfangsgedränge verpasst. Bei der Wollmeise soll es ja schon wieder heiß her gegangen sein, aber all das schwebte an uns vorbei. Mein Focus liegt eh wo ganz anders. Nach diesen drei Stunden hatte ich nämlich erstmal Hunger, und eine Bockwurst musste her. Danach gings auch für uns ins Getummel. Es waren sehr viele Leute da, aber immerhin konnte man schonmal herumgehen und auch was sehen. Mein erster gezielter Weg führte mich zu STwist Wool. Ich sage nur irish, handspun, naturally dyed, genau meins! Wer mal hier liest, stellt fest, dass die Wolle extrem schonend verarbeitet und pflanzlich gefärbt wird. Die Wolle stammt von Schafen aus der Gegend und all das zieht mich quasi magisch an. Ich habe mir zwei Knäule Naturfarbenes mitgenommen, einmal vom Jacob Schaf aus und einmal Shetland; beide aus Wicklow. Als ich den Verkäufer ansprach, meinte er, wir kennen uns doch und wir hätten uns doch in Edinburgh schon unterhalten. Ja, das kann sein, die Welt ist jedenfalls mal wieder eine Erbse. Ich habe ihn gefragt, ob er im nächsten Jahr wieder dort ist, aber das wollte er von Verkaufserfolg hier in Hamburg abhängig machen. Leider leider bin ich glaube ich eine der Wenigen, die nicht unbedingt auf kunterbunte Merinowolle steht, sondern das Besondere, eigentlich das Natürliche sucht. Aber wer weiß, ich schreibe ihm mal, vielleicht kann ich ihn überreden. 



Sabine war auch da. Die kenne ich von meinen Spinntreffen, und Sabine macht tolle Pflanzenfärbungen. Wir haben ein bisschen geplaudert und ein Lacestrang musste dringend mit. Der ist im Übrigen mit Alkanna gefärbt. Mal sehen, was daraus werden wird.



Nach unserem Kurs haben Nathalie und ich beschlossen, unser Wissen gleich mal umzusetzen, und ein Modell von Asa Tricosa zu stricken. Ich habe mir die Strickjacke Kronoki ausgesucht und brauchte dafür Wolle. Eigentlich hätte ich gerne bei The Little Grey Sheep gekauft. Auch wieder so ein britischer Händler, der mal was anderes hat, und mich allein deswegen schon interessiert. Deren Wolle war wundervoll, aber gerade in der Farbe, die mir als erstes ins Auge sprang, waren nicht mehr genügend Knäule da. Mist! Fündig bin ich dann beim Wollkenschaf geworden. Leider auch "nur" Merino, aber in einer schönen erdigen Farbe und mit einem lustigen Logo :) The Little Grey Sheep muss warten, bis ich wieder in UK bin (so lange dauert das ja nicht mehr). Bis dahin werde ich mir also hieraus eine feine Strickjacke machen!



Ich glaube fast, das war auch schon der Samstag. Wir haben uns noch eine Weile in die Lounge gesetzt und gesabbelt und gestrickt. Ich habe an diesem Tag viele liebe Leute wiedergesehen und neu kennen gelernt. Die Sandra vom Tierischen Gestricke Podcast habe ich schon morgens in der Ubahn getroffen. Alles in allem ging der Tag so rasend schnell rum, dass ich fast froh bin, mich nicht ganz fest verabredet zu haben. Das wäre schnell stressig geworden. Aber man findet sich ja früher oder später auch so. Am Ende des Tages haben wir uns dann noch mit einem Haufen Frauen aus der Ravelry Podcastergruppe im Balutschistan zusammengefunden; ein pakistanisches Restaurant mit wirklich leckerem Essen. Nachdem wir die Kellner etwas genervt und verwirrt haben, haben wir auch genügend Tische anbauen können, damit alle Platz hatten. Fein wars, auch wenn ich gegen 21 Uhr schon wieder in der Bahn nach Hause saß. Müde war ich, und platt.



Schnell geschlafen, sind wir Sonntag wieder zum Ort des Geschehens gefahren. Dieses Mal waren die Schlangen nicht lang und auch an den Verkaufsständen war es unglaublich entspannt. Man tröpfelte so dahin und hat noch dies und das gefunden. Für mich gabs als erstes zwei pummeligflauschige Alpakastränge von Seehaver & Siebert. Daraus muss dringend ein Cowl werden, auch wenn ich nicht das Muster dafür verwenden kann, was ich im Kopfe hatte. Da muss ich noch tricksen. Aber draussen sind es aktuell (während ich den Artikel schreibe) weit über 25 Grad, von daher ist das noch nicht akut. Fein in hell- und dunkelgrau macht das schon was her, finde ich.



In einer Ecke stand ein kleiner Stand mit handgesponnener Wolle. Teils war die gefärbt, teils nicht. Es hingen noch Pflanzenkrümelchen drin und das Ganze roch noch leicht nach Schaf. Wieder genau meins, also habe ich mir einen Strang Zwartbless gekauft. Gereizt hat mich die Ungleichmäßigkeit, das finde ich in dem Strang sehr schön. Und die Farbe; ich liebe tiefes braun! Klar kann ich das auch selbst, und klar kann ich das auch gleichmäßig, aber darum ging es gar nicht. Die Verkäuferin ist übrigens eine Schottin gewesen (es zieht mich wieder magisch auf die Inseln), aber sie lebt in Deutschland. Ihr Shop heißt Woolyimpi und ich mochte, was sie anbot.



Zwischendrin haben wir uns nochmal nach draussen gesetzt und gestrickt. Ab und zu muss man mal sitzen und runterfahren. Irgendwann sind wir zum Balzac Coffee rübergegangen und haben uns Süßes geholt, weil es auf dem Wollfest leider keinen Kuchen gab (oder wir haben ihn nur nicht gefunden). Wir brauchten nämlich Energie, denn wir hatten auch wieder einen Kurs vor uns. Den Fotokurs von Nicolor. Nicola designt unter Anderem tolle Strickstücke und hat uns etwas darüber erzählt, wie man seine Werke fototechnisch in Szene setzt. Nun ist es so, dass ich fotografieren kann, wenn ich Lust und Zeit habe, aber ich höre mir auch gerne Ideen anderer an, denn manchmal bekommt man doch Tipps, auf die man noch so gar nicht gekommen ist. Mir hat es jedenfalls Spaß gemacht; ich mag Ihre Art sehr gerne! 

Bevor ich es vergesse, ich habe ja noch zweimal Wolle für find-ich-einfach-schön mitgenommen. Aus dem BC Wolle-Leinen-Seide-Garn in "meinem" rot wird ein schmaler Schal und aus dem Glitzergarn von PondeRosa (was ist los, ich bin nicht der Glitzertyp) werden natürlich Socken. Die Farbe sprach mich an, und Glitziblitzi trage ich nur an den Füßen!

 


Fazit:
Das Fest hat mir sehr gut gefallen. Die neue Location war gut, wenn auch manchmal verwirrend. Um von einer Verkaufsebene zur anderen zu kommen, musste man durch einen riesigen Fahrstuhl durchgehen. Wir haben häufig gelacht bei dem Versuch, noch schnell durchzuhuschen. Leider war in dem einen Raum kein Tageslicht, das fand ich im Audimax damals weit besser, aber ich möchte mich nicht beschweren. Das Gebäude eignete sich super und durch das Umherwandeln durch die Gänge und die Ebenen traf man immer mal jemanden. Leider ist ja nicht immer Zeit, sich mit jedem ausgiebig zu unterhalten, aber ich habe mich trotzdem über jedes einzelne bekannte Gesicht riesig gefreut!  Sitzgelegenheiten gab es gefühlt nicht so viele, aber wirklich schlimm fand ich das nicht. Die Händlerauswahl war wieder super! Enttäuscht war ich lediglich von den angebotenen Spinnfasern. Es gab fast nur Merino oder Merinomischungen, die mich leider nicht reizen. Auch die Färbungen haben mir nicht gefallen. Aber das ist wohl auch ganz gut so, wenn ich an meine Vorräte denke :) Jedenfalls Daumen hoch für die Veranstalterinnen! Weiter so, ich freue mich auf das nächste Fest, wenn es denn stattfinden sollte!

In diesem Sinne...







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